Autorin • Unternehmerin • Speakerin

Networking für Introvertierte: Wie das geht und was Quietscheenten damit zu tun haben


Neulich schrieb mir eine Freundin: “Ach du, ich würde ja gerne zu der Konferenz hingehen. Aber für mich als Introvertierte ist das immer so schwierig.” 

Networking-Events sind eine spezielle Situation: wir lernen in kurzer Zeit viele neue Menschen kennen, müssen erzählen, wer wir sind, was wir machen und am besten auch noch irgendwie im Gedächtnis bleiben, damit sich Menschen nachher an uns erinnern. Wie macht man das? Und wie geht man insbesondere als Introvertierte:r damit um? 

Ich halte regelmäßig Workshops für Unternehmen, Teams, aber auch Privatpersonen, in denen es genau um diese Fragen geht. Hier findet ihr 5 Tipps, die ihr sofort anwenden könnt. 


  1. Überlege dir vorher, wie du deine Story erzählen willst 

Überlege dir vorher, wie du dich vorstellen willst. Wie willst du deine Story erzählen? Das Gute an solchen Events ist, dass du neue Leute kennenlernst, die dich noch nicht kennen. Das ist eine unglaubliche Chance, dich genau so vorzustellen, wie du jetzt im Moment bist und wie du sein willst. Wie willst du deine Story jetzt erzählen? Wie sollen andere dich jetzt neu kennenlernen? 

Wenn wir uns vorstellen, erzählen wir oft was wir machen, was wir davor gemacht haben und was davor. Aber unsere Story ist mehr als  unser LinkedIn-Profil. Wenn wir jemanden kennenlernen, interessiert uns nicht primär was jemand macht, sondern auch warum

Tipp: Erzähle nicht nur, was Du machst, sondern auch warum dich das interessiert. Warum hast du die Richtung eingeschlagen, den Job angenommen, die Weiterbildung angefangen. Das ist der Beginn einer spannenden Story! 

  1. Die 2-Wörter Story: Welche 2 Begriffe sollen hängen bleiben? 

In meinen Workshops, entwickle ich mit Teilnehmer:innen oft ihre persönliche 2-Wörter-Story. Dabei geht es um die Frage: welche 2 Begriffe sollen bei deinem Gegenüber nach einem Gespräch hängen bleiben? Diese Übung hilft Dir, zu definieren, welche zwei Bereiche dir wichtig sind. 

Bei mir persönlich sind es: Storytelling und USA. 

Mein Tipp: Wähle zwei Substantive, die sehr unterschiedlich sind. Also nicht “Marketing” und “Kommunikation”, sondern zum Beispiel “HR” und “Skateboarding”. Zwei Begriffe, die Dich ausmachen, aber auch neugierig machen und ungewöhnlich sind. Das bleibt in Erinnerung. Keine Angst vor Gegensätzen, genau die sind nämlich interessant. 

  1. Eine Geschichte ohne Persönliches ist möglich. Aber sinnlos. 

Erzähle etwas Persönliches. Das muss kein privates Geständnis sein, aber etwas, dass dich bewegt, antreibt, dich ausmacht. Ein Erlebnis, das wichtig für dich war. Menschen, die Vorbilder für dich sind (und warum?). Überlege mal, warum es Stories in Serien und im Film gibt, die uns nicht mehr loslassen. Der Grund ist: weil wir mit den Charakteren mitfiebern, mitfühlen. Wir wollen wissen wie es weiter geht (aber oft gar nicht so sehr mit der Handlung), sondern mit den Menschen. 

Tipp: Erzähle etwas Persönliches von dir. Überlege dir im Vorfeld, was das sein kann und was du auch bereit bist zu erzählen. Wenn wir uns öffnen, öffnet sich auch unser Gegenüber und man hat die Möglichkeit, nicht nur neue Kontakte zu knüpfen, sondern sich mit Menschen auszutauschen, die wichtig für uns sind oder werden können. 

  1. Wir irritieren Menschen nicht mit unserer Geschichte 

Neulich wurde ich in einem Interview gefragt, ob wir andere denn nicht irritieren, wenn wir unsere persönliche Geschichte erzählen. Ich habe geantwortet, dass es genau anders herum ist: Wir haben Angst, Menschen mit unserer persönlichen Geschichte zu irritieren und reden stattdessen übers Wetter und führen das, was ich Wikipedia-Gespräche nenne. Wir sollten uns stattdessen viel öfter trauen, über das zu reden, was uns wirklich bewegt. Auch mit Leuten, die wir gerade erst kennenlernen. Das bedeutet nicht, dass man sofort, seine großen Beziehungsprobleme auf einem beruflichen Event besprechen sollte, sondern, dass man es schafft auch persönliches zu teilen. 

  1. Warum Programmierer mit Quietscheenten reden und was wir davon lernen können 

In den USA habe ich erfahren, dass man alles lernen kann. Ich mag diese Can-Do-Attitüde der Amerikaner sehr und die erstreckt sich auch auf’s Networking. Ich habe während meiner Zeit im Silicon Valley viel Zeit mit Software-Entwickler:innen verbracht und von ihnen die sogenannte “Rubber Duck Debugging”-Methode kennengelernt. 

Man übt somit das Erzählen und kommt durch das Erzählen auf neue Ideen, wie man seine Story erzählen kann.

Was ist das? 

Wenn ein Entwickler an ein Problem stößt und mit dem Code nicht mehr weiter kommt, dann ist die Idee, dass er zu einer Quietscheente auf seinem Schreibtisch spricht und ihr den Code erklärt. Durch das Erzählen und das Durchgehen des Codes, Zeile für Zeile, soll man so selbst zu einem neuen Verständnis und der Lösung des Problems kommen. 

Die gleiche Methode kann man auch beim Storytelling anwenden, gewissermaßen ein “Rubber Duck Storytelling”. Wie das geht? Bevor man auf ein Networking-Event geht, erzählt man einer Quietscheente, dem Hund oder einem Stofftier die eigene Story. Man übt somit das Erzählen und kommt durch das Erzählen auf neue Ideen, wie man seine Story erzählen kann. 

Denn genau wie Tennis oder Schachspielen ist Networking ein Skill, das man lernen muss und bei dem man, bei jedem Mal üben besser wird. Und das einfach Spaß macht! 

Mit unserer Academy bieten wir Workshops, Impulse und Trainings für Unternehmen, Teams und Privatpersonen an. Schaut einfach mal hier vorbei: https://rebeccavogels.com/academy_/ 

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Rebecca Vogels

Rebecca Vogels ist Autorin, Unternehmerin und Keynote-Speakerin. Sie hat in den USA gelernt, welche Rolle Storytelling spielen kann – für Menschen und Unternehmen.

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